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Geburt mit Hindernissen

Geburt mit Hindernissen

Alles begann schon lange vor dem eigentlichem Termin, indem ich vorzeitige Wehen in der 18. Woche bekam und um das leben von Felix bangen mußte - es war sehr schmerzlich jeden Tag im Krankenhaus (KH) mit dem Gedanken aufzuwachen - das könnte sein letzter sein. Ich und mein Mann haben uns Felix aus tiefstem Herzen gewünscht - auch wenn wir noch jung sind.

Die Zeit im KH war schrecklich für mich, da ich selbst Krankenschwester bin und weiß wie`s abläuft und den ganzen Tag im Bett ist nix für mich gewesen. Es hieß nach meiner Entlassung: "bedingungslose Schonung", aber das habe ich nicht getan, bzw. könnte ich nicht - ich muß aber sagen dass jede Frau sich soweit einschätzen sollte um zu wissen ob sie das Risiko eingehen kann - ich konnte das.

Drei Wochen vor dem Termin ist meine Blase gesprungen, was ich aber nicht so recht wahr haben wollte und erst am nächsten Tag zum Arzt bin und sie bestätigte nur den Verdacht und da begann das eigentliche Martyrium.

Ich bin am Freitag den 10.12.99 ins KH und mußte noch einige Untersuchungen über mich ergehen lassen bis ich endlich in den Kreissaal kam. Dort bekam ich als erstes einen Wehentropf, da ich keine eigenen Wehen hatte. Der lief dann den ganzen Tag und wurde alle zwei Stunden erhöht - doch ich bekam nur ein leichtes Ziehen und keine Wehen. Ich verbrachte die Nacht im Kreißsaal - aufregend!!!!

Am 11.12. bekam ich um 8.00 Uhr in der Früh ein sogenanntes Wehengel welches auch sofort anschlug und ich die häftigsten Wehen bekam, aber 2 Std. liegen bleiben mußte, damit das Gel nicht raus läuft - und starke, anhaltende Wehen im Liegen zu haben, das hält nicht der stärkste Mann aus.
Ich war froh nach den 2 Std. aufstehen zu dürfen und eine halbe Stunde zu Baden, was sehr geholfen hatte. Die Wehen habe ich dann auf dem Ball einigermaßen wegatmen können, aber es wurde immer schwerer für mich die Krampfwehen zu beatmen und dachte deshalb schon an eine PDA, war mir aber unsicher wegen der Risiken.

Mein eigentliches Problem an der ganzen Geburt waren nicht die Wehen, sondern mein Muttermund der nicht weiter auf ging als 2 cm (welche ich schon seit 4 Wochen hatte).

Ich bekam auch ordentlich Spasmolytika, aber auch das änderte nix an der Lage, und so verging auch der Samstag. Die Nacht war wie die andere, ich hatte kaum Schlaf durch andere werdende Mütter!

Der 12.12 war meine Hoffnung, ein Ende zu sehen - denn auch mein Mann hatte sehr zu kämpfen mit sich, denn unser beider Psychen waren sehr angebrochen, auch aus Sorge um Felix. Ich bekam das Gel vom Vortag nochmal und auch gleichzeitig den Wehentropf in höchster Konzentration. Wie es mir ging brauche ich nicht weiter zu schildern. Am Mittag habe ich mir dann doch die PDA geben lassen, welche mir für ein paar Std. etwas Ruhe gönnte. Am Abend war es dann ganz aus bei mir, ich hatte weder Kraft, Motivation, noch die Nerven weiter zu machen - da die PDA trotz Auffrischung nicht mehr viel half und ich nur noch "wehte" ohne Pause.

Es wäre nicht so schlimm gewesen, wenn sich wenigstens ein Erfolg für die Schmerzen eingestellte hätte. Ich habe dann aufgegeben und die Ärzte angefleht, mir doch bitte einen Kaiserschnitt zu machen - ich war wirklich am Ende meiner Kräfte. Sie berieten sich und am nächsten Morgen in der Früh bekam ich das O.K.!

Du glaubst nicht wie erleichtert ich war - endlich ein Ende des Ganzen! - Tja, da hatte ich mich aber ganz schön verrechnet, denn trotz meiner PDA mußte ich eine Vollnarkose bekommen, da nach zwei Betäubungen nur meine Beine taub waren und nicht mein Bauch. Meine Enttäuschung war sehr groß und ich wollte weinen, konnte aber nicht, denn dazu fehlte mir die Kraft. Ich war enttäuscht von mir und meinem Körper, was ich heute noch bin obwohl ich weiß, nix dafür zu können - aber es tut mir sehr weh daran zurück zu denken - wo ich mir doch alles anders ausgemalt hatte.

Hätte ich Felix wenigstens gesehen, wenn er im OP das Licht der Welt erblickte - in mir kommt unermeßliche Wut auf wenn ich daran denke und Enttäuschung. Ich verdränge die Geburt einfach und versuche sie zu vergessen, doch das werde ich nie schaffen und immer diese Enttäuschung mit mir tragen.

Jetzt habe ich zwar eine häßliche Narbe, aber einen zuckersüßen Sohn und der war es alle mal wert!!!

Doch ohne die Unterstützung und Liebe meines Mannes wär ich nie so "tapfer" gewesen und hätte schneller aufgegeben, deshalb kann ich nicht verstehen, dass sich Manche das Recht heraus nehmen und sagen dass Männer nicht helfen könnten im Kreissaal und bei der Geburt, denn er war derjenige der wirklich am meisten geholfen hat - mit seinen Tränen, seiner Nähe und lieben Worten. Ich kann jeder Frau nur ihren Mann empfehlen, denn ihr werdet ihm danach dankbar sein, auch wenn er äußerlich nicht der Typ dafür scheint - wird sich das ganz schnell ändern, denn schließlich trägst "Du" ein Stück Leben von ihm in dir!!!!

Mein Sohn Felix ist also am 13.12.99 um 8.58 Uhr auf die Welt gekommen und sein Papa war gleich für ihn da und hat ihm die Wärme gegeben, was ich nach der OP noch nicht konnte. Er wog 2940 gr. und war 48cm groß. Inzwischen wird er 6 Monate alt, ist knapp 70 cm groß und 9000 gr schwer und das Liebste was es auf Erden gibt.

Felix Geburt hat uns nicht den Mut auf ein zweites Kind genommen, denn nix passiert zweimal !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!