Wassergeburt im Krankenhaus
Geburtsberichte - noch eine Wassergeburt im Krankenhaus ...
Als "Wasserratte" stand für mich von Anfang meiner Schwangerschaft fest, daß ich, soweit möglich, mein Baby im Wasser zur Welt bringen möchte. Nach einer relativ komplikationslosen Schwangerschaft, Besuch der Vorbereitungskurse und Akupunktur liess mein Nachwuchs dann auf sich warten. Eine Woche nach dem errechneten Termin war es dann endlich soweit.
Die Wehen setzten abends um 22.30 Uhr ein, und sofort im Abstand von 2 Minuten. Um 1.00 Uhr sind wir in`s Krankenhaus gefahren, im Auto kamen die Wehen schon jede Minute. Nach der Untersuchung im Krankenhaus die Nachricht: Das kann noch dauern, trotz anhaltender massiver Wehen. Also erstmal in die Entspannungswanne. Das Wasser mit Ölzusatz war sehr angenehm, und ich konnte etwas verschnaufen.
Um 6.00 Uhr war Schichtwechsel der Hebammen (was manche Frauen abschreckt, mich in meiner Situation aber überhaupt nicht gestört hat, da ich viel zu sehr mit mir und den Wehen beschäftigt war). Um 7.30 platze die Fruchtblase, und die Wehen waren ziemlich deftig. Ich durfte endlich in die Geburtswanne. Trotzdem hat es noch ganz schön lange gedauert, mein Baby "klemmte" fest und ich hatte nach der durchwachten Nacht keine Kraft mehr, aktiv mitzuhelfen.
Um 9.30 stieg mein Mann mit in die Wanne, um mich unter den Achseln zu halten, damit ich aufstehen konnte um mit der Schwerkaft noch etwas nachzuhelfen. Trotzdem mußte leider noch ein Damschnitt gemacht werden, bis dann um 9.36 unser Paul das Licht der Welt erblickte.
Er flutschte ins Wasser, ich durfte ihn selber hochnehmen und mir auf die Brust legen. Ohne Geschrei, aber mit großen Augen blickte er um sich. Erst nach einigen Minuten des Kennenlernens wurde er vom meinem Mann abgenabelt, und wir durften noch etwas kuscheln. Als das Wasser dann kühl wurde, wollte ich raus und in mein Bett. Keiner hat uns gedrängelt, und ich hatte durch das Wasser das Gefühl, sauber und nicht verschwitzt zu sein.
Eine Wassergeburt kann ziemlich anstrengend sein, aber für "Wasserratten", die sich in diesem Elemet wohlfühlen, absolut zu empfehlen. Viel hilft auch noch, sich nicht zuviele Versprechungen von einer "perfekten" Geburt zu machen, sondern möglichst gelassen die Dinge hinzunehmen, die man sowieso nicht ändern kann (der Arzt trifft die Vene nicht, Schichtwechsel der Hebammmen, hektischer Chefarzt, o.ä.).
siehe auch Wassergeburt
