Baby verweigert Milchflasche
Meine Frage ist eigentlich keine medizinische, sondern mehr eine ernährungswissenschaftliche - aber da ich auch in diesem Bereich von Ihnen schon mehrere Informationen gelesen habe, die mir in den ersten Monaten mit meinem Baby sehr weitergeholfen haben, möchte ich trotzdem versuchen, sie zu stellen. Ich habe meinen Sohn fünf Monate gestillt, dann nach und nach Fläschchen und Beikost eingeführt. Bis vor einem Monat klappte das auch ganz prima. Nun ist er gerade neun Monate geworden, entwickelt sich nach wie vor wunderbar, ist lustig, krabbelt wie ein Weltmeister, versucht aufzustehen, aber: er verweigert zunehmens die Milchflasche, und nun auch die morgendliche. Sein Speiseplan bestand bisher aus morgens einer Flasche, mittags ein Gemuese-Fleischglaeschen, nachmittags ein Obst-Getreideglaeschen und abends einer riesengrossen Portion Milchbrei (nach einer normalen Portion tut er, als würde er verhungern; allerdings schläft er danach auch 14 Stunden durch, seit seiner Geburt); zwischendurch Tee und Saft. Alles, was von Löffel kommt, liebt er, und isst er mit Freuden; aber wenn er die Flasche nur kommen sieht, verzieht er das Gesicht und meckert. Saft und Tee nachmittags trinkt er wenig (maximal 150 ml), und auch nur, wenn er einen Becher bekommt (auch der Trinklernbecher ist nichts, akzeptiert wird nur ein normaler Becher), verschluckt sich zwar öfter dabei, aber trinkt. Die Milch jedoch morgens hat keine Chance mehr, egal in welchem Gefäß sie serviert wird. Es muss der Löffel sein, dann ist die Welt in Ordnung. Für ein Brot morgens scheint er mir mit gerade mal neun Monaten aber noch deutlich zu jung zu sein (oder??), er hat zwar schon mit vier Monaten die ersten 6 Zähne bekommen, ich habe aber grosse Angst, dass er sich verschlucken könnte. Kinderkekse ißt er schon ab und zu, aber an feste Nahrung traue ich mich noch nicht heran. Deshalb meine Fragen: Kann ich die morgendliche Milchflasche durch ein Joghurtgläschen oder durch einen Milchbrei ersetzen? Wenn ja, welches von beidem ist besser geeignet? Bekommt er damit alle Bestandteile, die er über die Milch bekommen würde? Ab wann kann er umsteigen auf ein Brot morgens? Wie gefährlich ist "Verschlucken" an Brot- oder Kekskrümeln? Und: wieviel ml Flüssigkeit (in diesem Falle Saft, Tee, Wasser) sollte mein Sohn zusätzlich zu den 4 Breimahlzeiten zu sich nehmen? Wieviel ist das absolute Minimum? Haben Sie vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort, und überhaupt Danke dem ganzen Babynet; da ich keine Oma hier in der Nähe habe, der ich meine Babyfragen stellen kann, habe ich bei Ihnen oft wertvolle Informationen bekommen.
Ich denke, die Situation ist eigentlich völlig unproblematisch: Ihr Kind entwickelt sich prächtig und ist auf dem besten Weg "Krabbler-Kost" zu beanspruchen, d.h. Sie können ihm durchaus schon mal Brothäppchen anbieten. Ein gelegentliches geringes Verschlucken ist sicher unbedenklich, und Sie sind eine vorsichtige Mutter.
Wenn er eine große Portion Vollmilchbrei isst, dann ist damit die Tagesmilchmenge in diesem Alter durchaus ausreichend, und es besteht kein Grund, auf den Milchflaschen zu bestehen.
Bezüglich der "Mindesttrinkmengen" gilt: ein gesundes Kind regelt den Bedarf über seinen Durst. Es darf seinen Durst nach Bedarf stillen. Wenn es keinen Durst hat, dann besteht auch mit Sicherheit kein Wassermangel. Also anbieten, aber keine Sollmengen im Kopf haben. Ganz unkompliziert.
