Dosis von Medikamenten bei Kindern

Wie ermittelt man also die Dosis für Arzneimittel bei Kindern?

Diese Frage stellt sich natürlich weniger für die Eltern, sondern eher für den Kinderarzt. Gott sei Dank werden heute Eltern zunehmend sensibler, was die Medikamenteneinnahme bei Kleinkindern angeht (leider ändert sich diese richtige Einstellung häufig, wenn die Kinder zur Schule gehen und hier über Konzentrationsmangel oder Angstzustände klagen: Ein hoher Prozentsatz von Schulkindern nimmt gelegentlich Psychopharmaka ein!)

Dennoch möchte ich hier die Problematik der Dosisfindung anreißen, um vom eigenmächtigen Handeln abzuhalten:


- Sofern Studien zum einzelnen Arzneimitteln über die Dosierung vorliegen, hält man sich an den Beipackzettel oder an die Vorschrift vom Kinderarzt. Hierbei ist wichtig, daß diese Dosierung exakt eingehalten wird: Eine eigenmächtige Verringerung der Dosis aus falsch verstandenen Sicherheitsbedenken kann zur Folge haben, daß das Medikament nicht mehr wirkt, aber dennoch den Organismus belastet. Eine Erhöhung (nach dem Motto "viel hilft viel") kann gefährliche Nebenwirkungen und Vergiftungen zur Folge haben.

- Wenn keine Studien vorliegen, bedeutet dies für den Kinderarzt eine schwierige Situation. Ein Runterrechnen der Dosis z.B. in Bezug auf das Körpergewicht führt fast immer zu falschen Dosen. Neugeborene würde man in vielen Fällen vergiften, würde man nur die Dosis auf das Körpergewicht umrechnen, weil diese den Wirkstoff eben nur sehr langsam wieder ausscheiden.

- Eine gute Näherung bietet die sogenannte Körperoberflächenmethoden, d.h. Körperoberfläche in m² geteilt durch 1,73 multipliziert mit der Erwachsenendosis. Um die Körperoberfläche zu ermitteln, gibt es bestimmte Tabellen, die von der Größe des Kindes ausgehen.