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Wie kommt der Arzneistoff in die Milch?

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Ob und wie weit ein Arzneimittel in die Muttermilch übergeht, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Entscheidend ist, wie stark sich eine Substanz in der recht fetthaltigen Milch löst. Einen weiteren wichtigen Einfluß hat der Säurewert der Milch. Als Folge tritt praktisch jedes Arzneimittel zumindest in sehr geringen Mengen in die Milch über. Das gilt übrigens auch für sogenannte Genußgifte wie Alkohol und vor allem Nikotin, das sich aufgrund seiner sehr guten Fettlöslichkeit im hohen Maße in der Muttermilch wiederfinden läßt.

Dennoch bedeutet dies nicht immer eine Gefahr für das Baby, denn die Bedeutung eines Medikamentenübertritts in die Muttermilch ist von verschiedenen Faktoren abhängig:
 
 Wieviel Arzneistoff geht in die Muttermilch über?
 Wieviel Milch trinkt der Säugling?
 Ist die getrunkene Milchmenge bei jedem Stillvorgang gleich?
 Wie häufig wird gestillt?
 In welchem Maße nimmt der Säugling den Wirkstoff auf?
 Wie reagiert der Säugling auf den Arzneistoff?

In vielen Fällen ist z.B. die übergetretene Menge äußerst gering und hat keine Auswirkungen auf die Körperfunktionen des Säuglings. Nur wenn Medikamente hoch wirksam oder bereits in sehr niedriger Dosis giftig wirken, kann der Medikamentenübergang in die Muttermilch lebensgefährlich für das Baby sein. Verstärkt wird diese Gefahr noch durch die erst schwach arbeitenden Entgiftungssysteme in Leber und Nieren des Kindes, so daß die Arzneistoffe länger als beim Erwachsenen im Körper verbleiben. Zusammengefaßt heißt das:

Während bei kurzfristiger Anwendung niedriger Dosen insbesondere von verschreibungsfreien Arzneimitteln im allgemeinen keine stärkeren Auswirkungen beim gestillten Kind zu befürchten sind, muß vor längerfristiger Gabe, insbesondere von Wirkstoffen, die auch in geringen Dosen bereits stark wirksam sind, auf andere Babynahrung umgestellt werden, soweit nicht auf die Medikamentengabe grundsätzlich verzichtet werden kann.
Ute Lichte, Pharmazeutin

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