schwanger nach Fehlgeburt

Ich hatte in der 12. SSW eine Fehlgeburt. Die Ausschabung fand im Krankenhaus statt. Leider hat kein Arzt Zeit oder die Antworten auf meine Fragen. Da dieses Kind ein absolutes Wunschkind gewesen wäre, brauchte es doch eine Zeit bis wir das verdaut haben. Ebenso habe ich leider das Gefühl, dass die Ärzte mich nicht ernst nehmen, da unser Sohn (18 M) eine Hausgeburt war ohne jegliche Komplikationen. Meine Fragen sind folgende: Wann ist es wieder unbedenklich Schwanger zu werden? Was passiert wenn eine Schwangerschaft bereits früher eintritt? Wie hoch ist das Risiko einer erneuten Fehlgeburt? Hat sich das Risiko einer Frühgeburt/Mangelgeburt erhöht? Vielen Dank für Ihre Mühe im voraus.

Vermutlich ist auch bei Ihnen die Ursache der Fehlgeburt wie in vielen anderen Fällen unklar. Trotzdem sollten Sie Hinweise von Ihren Ärzten erhalten, wie Sie sich verhalten müssen.

Im allgemeinen raten wir dazu, mindestens 2 normale Zyklen vorübergehen zu lassen, und erst dann wieder versuchen, schwanger zu werden. Viel Ruhe, eine ausgeglichene Ernährung mit ausreichender Vitaminzufuhr (vor allem auch von Folsäure) und Vertrauen in den eigenen Körper helfen, Ihr Ziel zu erreichen. Wenn die Schwangerschaft schon früher eintritt, empfehlen wir besonders viel Ruhe, damit die feine Balance der Hormone nicht irritiert wird.

Nach der problemlosen Geburt Ihres ersten Kindes handelt es sich bei der jetzigen Fehlgeburt um ein einmaliges und zufälliges Unglück. Die Gefahr einer erneuten Fehlgeburt ist nicht höher als bei jeder anderen Frau. Nach einer einmaligen und lege artis durchgeführten "Ausschabung" ist das Risiko einer Frühgeburt nicht erhöht. Mehrmalige operative Aufdehnungen des Gebärmutterhalses können allerdings zu einer Muttermundschwäche führen. Dies ist bei Ihnen aber nicht zu befürchten. Das Risiko einer Mangelgeburt ist nicht erhöht. Allerdings kann die Angst vor einem erneuten Fehlschlag zu einer Verminderung der Gebärmutterdurchblutung führen. Ruhe und Vertrauen verringern aber diese Gefahr deutlich.

Dr. Friedrich Gagsteiger