Schwanger trotz HPV und Herpesinfektion
Mein Mann (35) und ich (32) möchten gerne in nächster Zeit ein Kind; nach meinem letzten Frauenarztbesuch bin ich jedoch völlig verzweifelt: zu einer Infektion mit dem HPV-Virus, die leider erfolglos mit Aldaracreme behandelt wurde, wurde nunmehr noch eine Herpesinfektion diagnostiziert! Ich muß dazu erwähnen, daß ich leider im Moment stark unter Stress stehe und vermute daher diesen Ausbruch aufgrund meines wohl sehr angeschlagenen Immunsystems, das offensichtlich sehr auf meine Psyche reagiert. Darüber hinaus habe ich schon seit ca. 2 Jahren eine Eierstockzyste von 2,4 cm. Nun soll im Krankenhaus per Laser eine Enfernung der Feigwarzen vorgenommen werden. Sollte ich hierbei gleichzeitig die Zyste entfernen lassen und vorsorglich die Durchlässigkeit meiner Eileiter überprüfen lassen? Oder ist das für einen Eingriff zu viel? Und meine eigentliche Frage: Kann ich es überhaupt wagen, trotz dieser schrecklichen Infektionen mit Herpes und HPV eine Schwangerschaft einzugehen? Kennen Sie Fälle aus ihrer Praxis? Oder sollte ich lieber auf ein Kind verzichten? Müßte in jedem Fall ein Kaiserschnitt gemacht werden? Gibt es eigentlich noch andere Übertragungsmöglichkeiten als Geschlechtsverkehr (ich bin mit meinem Mann schon seit 17 zusammen und kann mir das alles nicht erklären)? Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort!
Nach Ihrer Beschreibung haben Sie Papilloma Viren bzw. Feigwarzen am Scheideneigang. Ich halte es für eine gute Idee diese mit CO2 Laser zu entfernen. Die Cyste sollten Sie in Ruhe lassen, da bis 3 cm große Cysten im Cyklus häufig entstehen. Sie sind völlig harmlos und verschwinden auch wieder. Ich sehe zur Zeit auch keinen Grund die Eileiterdurchgängigkeit zu überprüfen. Herpes Viren treten gerne in Kombination mit anderen Infektionen auf und lassen sich medikamentös gut behandeln. Auch wenn jetzt alles zusammenkommt - nicht die Nerven verlieren. Als erstes die Feigwarzen abtragen, dann weiter sehen. Und selbstverständlich können Sie schwanger werden. Ein Kaiserschnitt muss nur bei einer akuten Infektion gemacht werden. Zur letzten Frage: Es gibt auch andere Infektionsquellen als den Verkehr. Trotzdem sollte in einer so langen Partnerschaft offen darüber diskutiert werden - denn es ist der häufigste Weg.
Prof. Dr. Friedrich Wolff
