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Amniozentese nach Fehlgeburt notwendig?

Ich wende mich heute an Sie, da mich seit wochen schon die Frage quält, ob ich eine von meinem Arzt vorgeschlagene Amniozentese machen lassen soll oder eher nicht. Ich bin 30 Jahre alt geworden und z.Zt. in der 13 SSW. Ich hatte zwei vorangegange Fehlgeburten (12. SSw + 11. SSW) jeweils missed abortions. Nun meinte mein Arzt von Beginn meiner jetzigen Schwangerschaft, daß ich UNBEDINGT (wg der zwei Fehlgeburten) eine Amniozentese machen soll. Davor habe ich aber schreckliche Angst. Ich habe Agst vor dem, wenn auch noch so minimalem, Risiko, und damit auch vor einer erneuten Fehlgeburt. Ist es denn so unbedingt nötig, nach zwei ungekärten Aborten, diese Untersuchung machen zu lassen? Die bisherige Entwicklung des Kindes lt. Mutterpaß und Aussagen des Arztes, ist dieses Mal zeitgerecht. Es ist kein offener Rücken und kein Ödem erkennbar gewesen, im normalen US.
Können Sie mir vielleicht ein wenig Rat geben? Mein Mann kann mir auch nicht sehr helfen, er hat genau wie ich Angst vor den Risiken.


Sie fragten nach der Notwendigkeit einer Amniozentese ( Fruchtwasseruntersuchung ). Sie sind 30 Jahre alt und z.Zt. in der 13. SSW. Vorausgegangen sind zwei Fehlgeburten.

In Ihrem konkreten Fall sehe ich keine Notwendigkeit einer Fruchtwasseruntersuchung. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, daß nach zwei Fehlgeburten man jedes zusätzliche Risiko für eine Schwangerschaft vermeiden sollte. Wenn die Entwicklung im Ultraschall völlig normal ist, gibt es zusätzliche andere Wege, um festzustellen, ob ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenanomalie vorliegt. Dazu gehört der sog. Tripple-Test, bei dem ab der 15. SSW Blut entnommen wird, um zu sehen, ob bei Ihnen speziell ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenanomalie vorliegt. Ferner kann in der 20. SSW nochmals ein gründlicher Ultraschall, bei dem alle Organe des Kindes angesehen werden, durchgeführt werden. Wenn dies alles normal ist, würde ich Ihnen von einer Fruchtwasseruntersuchung abraten. Eine oder zwei Fehlgeburten sind relativ häufig und haben nichts mit Erbkrankheiten zu tun.
Prof. Dr. Friedrich Wolff

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